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Hideyo Harada Klavier

Eine Künstlerin mit "Gespür für Seelenzustände", deren Spiel "ein klangästhetisches Erlebnis höchster Güte" ist, nannte die Süddeutsche Zeitung Hideyo Harada. Kaum eine Kritik der vergangenen Jahre, in der nicht die außergewöhnliche Gestaltungskraft dieser Künstlerin gelobt oder der Farbenreichtum ihres Spiels hervorgehoben wurde. Ihre 2007 erschienene CD mit Werken von Edvard Grieg hat international große Beachtung erlangt und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Auf klassik.com war über diese Aufnahme zu lesen: "Ein Glücksfall für das Grieg-Jahr; eine wundervolle CD, die keine Wünsche offen lässt. Nur einen Nachteil gibt es: Haradas Grieg macht süchtig."
Ihre musikalische Ausbildung begann die Pianistin zunächst in Tokio bei Toyoaki Matsuura bevor sie nach Europa kam, wo sie ihre Studien bei Lieselotte Gierth in Stuttgart sowie bei Hans Kann und Roland Keller in Wien fortsetzte. Den letzten Schliff holte sich die Pianistin schließlich bei Viktor Merzhanov am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium, wo auch ihre Liebe zu den großen Werken des russischen Repertoires geweckt wurde. Der Startschuss für die internationale Karriere Hideyo Haradas fiel 1984 mit dem Sieg beim Concours International d'Exécution Musicale in Genf, dem weitere Erfolge bei bedeutenden Wettbewerben folgen sollten. So errang sie 1991 den 1. Preis beim Internationalen Schubert-Wettbewerb in Dortmund. 1993 war sie Preisträgerin beim Internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Moskau.
Konzertreisen führten die Pianistin unter anderem zum Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Braunschweig Classix Festival, dem Beethovenfest Bonn, dem Rheingau-Musik- Festival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Festival International des Jeunes Solistes in Antibes, dem Yokohama International Piano Festival, dem Rachmaninow-Festival im russischen Tambow, dem Prague Proms Festival sowie dem Grand Piano Festival in Amsterdam. Dort begeisterte sie das Publikum ebenso sehr wie bei ihren umjubelten Auftritten im Großen Saal des Moskauer Tschaikowsky-Konservatoriums, dem Berliner Konzerthaus, dem Gewandhaus Leipzig, der Alten Oper Frankfurt, dem Prager Rudolfinum, der Genfer Victoria Hall, der Suntory Hall Tokio oder im traditionsreichen Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Bei namhaften Orchestern wie dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Orchestre symphonique de Bienne, dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, der Südwestdeutschen Philharmonie, dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Kurpfälzischen Kammerorchester, den Solistes de Bourgogne, dem Orchestre de Cannes, dem Tschechischen Nationalen Sinfonieorchester, der Philharmonie "George Enescu" Bukarest, der Bulgarischen Staatsphilharmonie Plovdiv, dem Polnischen Radio Sinfonieorchester, dem Seoul Philharmonic Orchestra oder dem Staatlichen Russischen Sinfonieorchester ist die Künstlerin ein gern gesehener Gast. Zu ihren Partnern am Pult zählten dabei Dirigenten wie Marcello Viotti, Cristian Mandeal, Piero Bellugi, Jan Pruszak, Vladimir Valek, Petr Altrichter, Grzegorz Nowak, Tadaaki Otaka oder Kazuhiro Koizumi. Auch auf den Konzertpodien ihrer Heimat ist die Japanerin längst eine feste Größe und arbeitet regelmäßig mit dem NHK Symphony Orchestra, dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra sowie mit dem Japan Philharmonic Symphony Orchestra zusammen.
Die künstlerische Bandbreite der japanischen Pianistin reicht von den großen Meisterwerken des klassischen Klavier-Repertoires bis hin zu zeitgenössischen Werken. Bach, Beethoven, Chopin und Mozart kommen in den Konzerten der Künstlerin ebenso zu ihrem Recht wie die Meisterwerke der russischen Schule, von Tschaikowsky über Rachmaninow bis hin zu Skrjabin und Schostakowitsch. In der Saison 2002/03 startete Hideyo Harada in Tokio einen groß angelegten Schubert-Zyklus, in dessen Verlauf bis 2008 neben reinen Klavierwerken auch Kammermusik und Teile aus dem umfangreichen Liedschaffen des Komponisten zur Aufführung gelangen. Im Rahmen dieses Zyklus arbeitet die Pianistin unter anderem mit international renommierten Künstlern wie dem Cellisten Truls Mørk, dem Borodin Quartett oder dem Bariton Roman Trekel zusammen. Eine weitere Facette ihres Könnens zeigt die Pianistin bei musikalisch-literarischen Programmen, die sie gemeinsam mit den Schauspielern Katja Riemann, Esther Schweins und Hanns Zischler gestaltet.
Auch die Pflege zeitgenössischer Musik, für die hier stellvertretend Komponisten wie Alfred Schnittke, Toru Takemitsu, Sofia Gubaidulina oder Samuel Feinberg genannt seien, ist für die Japanerin von großer Bedeutung. Eine Vorliebe, die sich in der Diskografie Hideyo Haradas widerspiegelt. Diese umfasst neben Interpretationen klassischer Werke von Chopin und Skrjabin, die beim Label Fontec vorliegen, ebenfalls Kompositionen von Schubert, Zeitgenössisches wie Michio Mamiyas Lullaby of Hikage-dori sowie die Welt-Ersteinspielung zweier Werke Samuel Feinbergs für Divox. Nach ihrem für das Label Audite eingespielten Grieg-Album, das international große Beachtung fand, folgt Ende 2008 beim gleichen Label eine neue CD, auf der Hideyo Harada mit Musik von Tschaikowsky und Rachmaninow zu erleben ist.
 
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