Staatliche Akademische Sinfonische Capella Russlands Russian States Symphony Capella
Das heute unter dem Namen Staatliche Akademische Sinfonische Capella Russlands firmierende Orchester hat seine eigene ungewöhnliche Vorgeschichte: Sein Ursprung liegt über 40 Jahre zurück, es wurde als Klangkörper des Staatlichen Rundfunks ins Leben gerufen und unterstand der Verwaltung des Kultusministeriums. Dirigenten wie S. Ssamossud, Y. Ahronovitch und M. Schostakowitsch wechselten am Dirigentenpult. Die Ernennung von Gennadij Roschdestwenskij zum Chefdirigenten im Jahre 1981 leitete eine neue Etappe in der Geschichte des Orchesters ein. Es erfolgte nicht nur eine organisatorische Neustrukturierung, sondern auch eine Neuorientierung in der inhaltlich-programmatischen Arbeit: erfolgreiche Aufführung sämtlicher Sinfonien von Bruckner, Schostakowitsch, Honegger, Schnittke, Williams und später deren Einspielen. Unter der Leitung von Roschdestwenskij unternahm das Orchester Tourneen durch alle Kontinente mit größtem Erfolg. In letzter Zeit waren Tourneen des Orchesters durch die USA, durch England, die Schweiz, durch Deutschland, Italien und Kroatien von großem Erfolg gekrönt. Die Staatskapelle Russland wurde 1991 gegründet, als der Staatliche Kammerchor unter Valerij Poljanskij dem Sinfonieorchester des Kultusministeriums der UdSSR, Leitung Gennadij Roschdestwenskij, angegliedert wurde. Das erste Konzert des neuen Klangkörpers am 22. Dezember 1991 im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums war ein außerordentlicher Erfolg und stellte von Anfang an die Qualität und Professionalität des Orchesters unter Beweis. Valerij Poljanskij wurde Künstlerischer Leiter und Chefdirigent. Poljanskijs Cappella - das Russische Staatliche Sinfonieorchester - und der Kammerchor bedeutete eine Art Symbiose zweier musikalischer Organismen, die sich trotzdem eine kreative Autonomie bezüglich der Konzertprogramme, Einspielungen und eigener Tourneen bewahren konnten. Aufgrund seiner synthetischen Struktur hat die Capella die Möglichkeit, sich vielen wunderbaren Werken der Klassik wie Messen und Oratorien, Requien und Kantaten zuzuwenden, die von Solisten, Chor und Orchester aufgeführt werden. Im Repertoire sind daher Werke wie "Gloria" von Vivaldi, Händels "Messias", Messen von Mozart und Schubert, Requien von Cherubini, Verdi, Mozart, Brahms, Bruckner, Rachmaninows "Kolokola" (nach "Die Glocken" von Edgar Allen Poe), Strawinskys "Los Noces", Opern konzertant usw. Auf Empfehlung von Gennadij Roschdestwenskij wurde Valerij Poljanskij zum Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter ernannt. Seinen Bemühungen ist es zu verdanken, dass der interessierten Öffentlichkeit auch die modernen Werke der zeitgenössischen russischen Komponisten wie Schnittke, Sidelnikow, Gubajdulina u.a. zugänglich gemacht wurden. Unter seiner Ägide betreibt das Orchester weiterhin seine eigenständige Arbeit an der Erweiterung des Repertoires und Festigung seiner Position unter den Spitzenensembles Russlands. Zum jetzigen Zeitpunkt zählt das Orchester Poljanskijs zu den besten sinfonischen Ensembles. Die gemeinsamen Konzerte mit dem Chor wechseln sich mit Einzelkonzerten ab. Das Orchesterrepertoire umfasst die Werke mehrerer Jahrhunderte russischer und internationaler Musik. Poljanskijs Gunst gehört auch in großem Maße den Werken Neuer Musik. Er legt Wert darauf, dass die Künstler im Orchester ein vielseitiges internationales Repertoire beherrschen. In Kritiken wird die kreative Einheit und das intuitive Verständnis zwischen dem Orchester und dem Dirigenten gelobt, die es möglich macht, interessante künstlerische Konzepte zu verwirklichen. Tschaikowskys Sinfonien, wie sie von diesem Orchester vorgetragen werden, sind zum Modell hoher interpretatorischer Tradition geworden.
Valerij Poljanskij ist seit 1992 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Staatskapelle Russland, die aus einem Sinfonieorchester und einem Chor besteht, mit mehr als 200 Künstlern. 1949 in Moskau als Kind einer Musikerfamilie geboren, zeigte sich schon sehr früh seine musikalische Begabung . Nach Beendigung des Musikgymnasiums begann er sein Studium am Moskauer Konservatorium in der Klasse des brillanten Professors B.I. Kulikow im Fach Chormusik (Dirigieren). Zu dieser Zeit entfernte sich sein Hauptinteresse bereits weg von seiner grundlegenden Spezialität - er wurde zuallererst angezogen von der speziellen kraftvollen musikalischen Synthese, wie der Chor mit dem Orchester verschmolz. Poljanskij studierte zwei Fächer gleichzeitig: Das Dirigieren von Chormusik sowie von Opern und Sinfonien. Sein Lehrer wurde der bekannte Musiker O. Dimitriadi. Später führte ihn das Schicksal mit Gennadij Roschdestwenskij zusammen, mit dem er noch heute gute Beziehungen pflegt. Nach einem studentischen Intermezzo am Operettentheater Moskau, wo er das ganze Grundrepertoire dirigierte, erhielt er 1977 eine Einladung als Dirigent am Bolschoj-Theater wo er sich an der Produktion von Schostakowitschs "Katerina Ismailowa" - zusammen mit Gennadij Roschdestwenskij - beteiligte, aber auch andere Aufführungen leitete. Über 25 Jahre stand er dem Staatlichen Kammerchor Russlands vor. Seine Orchesterdirigate bildeten einen ständigen Quell zur Repertoireerweiterung im sinfonischen Bereich. Gastspiele an den Pulten in Minsk, Reykjavik, Helsinki, Taipeh, der Türkei, Holland und natürlich Deutschland festigten seinen internationalen Ruf. Unter seiner Leitung kam es zur vielbeachteten "Eugen Onegin"-Aufführung beim Festival in Göteborg. Den Künstler zeichnet eine untadelige professionelle Einstellung und ein enormes, legendäres Arbeitspensum aus: die erste Tageshälfte Orchesterproben, danach der Chor und die Solisten, außerdem Konzerte und die Erweiterung des eigenen Repertoire, das von internationaler Vielseitigkeit geprägt ist: Oper, Sinfonik und seine unübertroffene Kompetenz im oratorischen Bereich der Messen, Kantaten, Requien. Seine Vorliebe für traditionelle russische Musikliteratur verbindet er mit einem unermüdlichen Einsatz für die modernen Komponisten, aus tiefer Überzeugung von der Aktualität jeder Musik. "Leute fragen mich manchmal, welche Grundsätze mich beim Entwerfen eines Programms leiten", sagt Poljanskij. "Das einzige Prinzip ist vor allem: Ich muss die Musik mögen, die ich vorstelle, ich muss sie wirklich lieben. Künstler des Chores und des Orchesters, mit denen ich arbeite, führen mit Vergnügen Werke der Klassiker auf: Haydn, Mozart, Beethoven. Ich bin sicher, dass es absolut notwendig ist, den Geschmack, die Meisterschaft und hohe Kultur der Vorstellung weiter zu entwickeln. In der Zwischenzeit ist es absolut notwendig, dass Orchester und Chor Kompositionen aufführen von Schubert und Dvorák, Brahms und Mahler, Tschaikowsky und Rachmaninow, Prokofjew und Schostakowitsch. Wir leben in einer Welt voll von höchst unterschiedlichen Empfindungen, Stimmungen, Gefühlen, Leidenschaften - all das wird auf die eine oder andere Art in der reichgefüllten Schatzkammer der Weltmusik reflektiert, alles sollte in der modernen Szene präsent sein." Eine umfangreiche Diskographie bietet sicht- und hörbare Auswahl aus dem reichen Schaffen dieses universellen Künstlers.
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